Schwangerschaft in der Stillzeit bedingt Abstillen
von NadjaEine erneute Schwangerschaft in der Stillzeit bedingt, dass die Mutter abstillen muss. Diese Aussage ist falsch. Die Mutter und je nach Alter auch das Kind können entscheiden, ob weitergestillt wird. Wenn das beide wünschen kommt das Tandemstillen zum Zug. Eine Schwangerschaft ist kein Grund zum Abstillen. Viele Kinder stillen sich jedoch im Laufe der Schwangerschaft selber ab. Manche schätzen es nicht, wenn etwa um den vierten Schwangerschaftsmonat die Milchmenge zurückgeht. Am Ende der Schwangerschaft wird wieder Kolostrum gebildet. Dieses ist salziger als die Milch, an die das ältere Kind gewöhnt ist und manche mögen diesen veränderten Geschmack nicht.
Aufgrund der hormonellen Veränderungen haben die Mütter oft empfindliche oder manchmal sogar wunde Brustwarzen. Deshalb stillen manche Mütter verständlicher Weise in der Schwangerschaft ab.
Manche Mütter haben Angst vor einer Fehlgeburt. Es gibt jedoch keine erhärteten Hinweise, dass Fehlgeburten bei stillenden Müttern häufiger auftreten. Hat jedoch eine Mutter ein hohes Risiko für vorzeitige Wehen bzw. einer Fehlgeburt, kann die potentielle Gefahr, die Vorteile des Stillens für das ältere Kind überwiegen.
Entschliesst sich eine Mutter auch während der Schwangerschaft weiter zu stillen, nimmt bei guter Ernährung keines der beiden Kinder Schaden. Meistens nimmt das ältere Kind auch schon andere Nahrungsmittel zu sich. Es gibt Frauen, die das ältere Kind weiterstillen, selbst nachdem das Neugeborene auf der Welt ist. Wenn das Stillen für das ältere Kind immer noch wichtig ist, wäre es auch nicht sehr klug, ausgerechnet nach der Ankunft eines Geschwisters abzustillen.
Das gleichzeitige Stillen von zwei verschieden alten Geschwistern wird als „Tandemstillen“ bezeichnet.
Tandemstillen bietet unter anderem den Vorteil, dass der Milcheinschuss (gespannte, verhärtete Brüste) nach der Geburt nicht so stark einsetzt wie bei Müttern, die nicht tandemstillen. Wichtig ist jedoch, dass das Neugeborene an der Brust Vorrang hat und sich die Mutter gut und vollwertig ernährt.
Marliese Pepe
Still- und Laktationsberaterin IBCLC
Frauenmilchbank für die kleinsten der Kleinen
von NadjaFrauenmilchbanken dienen vor allem den kleinsten der Kleinen – den Frühgeborenen. Früher gab es dafür Ammen, die Frühgeborene, kranke oder gesunde Neugeborene stillten, deren biologische Mütter zu wenig oder keine Milch hatten oder ihre Milch nicht abpumpen können. Heute gibt es dafür Frauenmilchbanken. In einer Frauenmilchbank ist überschüssige, gespendete Milch von stillenden Müttern gelagert. Die Schweiz hat sechs Frauenmilchbanken. Die erste öffnete ihre Tore in den 60er Jahren in Basel. Je eine weitere Frauenmilchbank gibt es in Aarau, Bern, Luzern, und in St.Gallen gibt es zwei. Die beiden Fachfrauen Silvia Sigrist, Dipl. Pflegefachfrau HF, Leiterin Frauenmilchbank Luzerner Kinderspital und Franziska Egli, Dipl Pflegefachfaru HF, Still- und Laktationsberaterin IBCLC Frauenklinik Luzerner Kantonsspital geben in folgendem Interview Auskunft darüber, was eine Frauenmilchdatenbank genau ist und wie es dort zu und her geht.
Ist die Frauenmilchbank ein Ersatz für Ammen? Gibt es denn tatsächlich keine Ammen mehr?
Antwort: Die Frauenmilchbanken sind der Ersatz für die Ammen. Frauenmilchbanken werden geführt für die kleinsten der Kleinen.
Wie ist das Kantonsspital Luzern darauf gekommen, eine Frauenmilchbank einzurichten? Seit wann gibt es sie?
Antwort: Seit Bau des Kinderspitals Luzern im Jahre 1972 wird bei uns eine Frauenmilchbank geführt.
Wie viele Spenderinnen haben im letzten Jahr wie viele Liter abgepumpt?
Antwort: 12 Spenderinnen haben 215 Liter im Jahr 2011 gespendet.
Wie viele Babies oder Kinder profitierten davon?
Antwort: Im Jahr 2011 waren es 142 Babys.
Gibt es tendenziell eine Steigerung der Nutzung?
Antwort: Tendenziell steigt die Nachfrage, da die Zahl der Frühgeborenen und Mehrlingsschwangerschaften zu nehmen.
Arbeiten sie mit den anderen Frauenmilch-Banken zusammen? Wenn ja, wie?
Antwort: 2010 wurde die gemeinsam erarbeitete, national gültige „Leitlinie zur Organisation und Arbeitsweise einer Frauenmilchbank in der Schweiz“ durch die schweizerische Gesellschaft für Neonatologie gut geheissen. (Link: www.neonet.ch , auf der Hompage das untere „Recommendation“ anklicken). Alle 6 Frauenmilchbanken der Schweiz
arbeiten nach diesen Leitlinien. Wir treffen uns 1x/Jahr für den persönlichen Austausch, sonst sind wir telefonisch miteinander verbunden.
Wie muss ich mir diese Frauenmilchbank als Mutter vorstellen? Wie läuft das ab, wenn eine Mutter ihre überschüssige Milch in die Frauenmilchbank bringen oder dort abpumpen will?
Antwort: Die Frauenmilchbank ist im Kinderspital in der Milchküche angegliedert. Dies ist ein heller Raum, alle Arbeitsflächen sind aus Chromstahl um diese gut reinigen zu können. Wir haben ein Pasteurisator um die Frauenmilch zu pasteurisieren, dieser wird über einen Logger überwacht, um die Zeit und Temperatur während der Pasteurisation genau überwachen zu können. Eine Abwaschmaschine, welche unsere Arbeitsutensilien alle thermisch desinfiziert. Meistens werden die Mütter direkt von uns Mitarbeiterinnen der Frauenmilchbank angesprochen. Denn wir sehen bei uns in der Frauenmilchbank, dass diese Frau neben dem Eigengebrauch für ihr eigenes Kind, einen grösseren Überschuss an Muttermilch hat. Möchte die Frau grundsätzlich spenden, füllt sie den Fragebogen aus. Das Informationsblatt rund um die Spende wird mit ihr besprochen. Anschliessend wird ihr Blut auf Krankheiten untersucht. Ihre Milch wird bakteriologisch getestet. Alle Resultate werden vom zuständigen Arzt eingesehen und visiert. Sind alle Unterlagen beisammen und alle Auflagen erfüllt, kommt es zu einer Spende. Die Mütter pumpen Ihre Milch oft zu Hause ab und bringen sie gekühlt ins Spital. Oder sie gewinnen die Milch auf der Kinderabteilung, in einem dafür vorgesehenen Raum. Sollte die Milch plötzlich weniger werden, hat das eigene Kind hat immer Vorrang! Die Spenderin darf jederzeit von ihrer Spende zurücktreten.
Melden sich die Mütter von selber oder suchen sie die Mütter aus, die fürs Milchspenden vorgesehen sind?
Antwort: Wie oben genannt, kommt die Anfrage meistens von uns. In der Regel sind dies Mütter, die frühgeborene Babys bei uns im Kinderspital haben und einen grossen Überschuss an Muttermilch aufweisen können. Manchmal werden die Frauen von den Pflegefachfrauen auf den Abteilungen angesprochen oder die Mütter melden sich selbst.
Welche Kriterien muss eine Mutter erfüllen, die ihre überschüssige Milch spenden will?
Antwort: Eine Frauenmilchspende wird grundsätzlich wie eine Blutspende gehandhabt. Das ganze Auswahlverfahren und Screening muss „bestanden“ werden. Wichtige Kriterien dabei sind: gute Gesundheit, gute persönliche Hygiene, keine Medikamente (mit wenigen Ausnahmen), Nichtraucherin, kein Alkohol oder Drogen.
Muss sie dafür zuvor einen Bluttest machen?
Antwort: Ja, das Blut wird auf verschiedene Krankheiten wie HIV, Hep. B+C und Syphillis untersucht. Zudem wird die Muttermilch im Labor auf Keime untersucht und bei gutem Resultat später pasteurisiert.
Bestehen für ein Baby, das mit fremder Muttermilch gestillt wird Risiken?
Antwort: Es besteht ein potenzielles Restrisiko. Die Bedenken lassen sich aber weitgehend ausräumen, da bei der Auswahl der Spenderin sorgfältig auf die Einhaltung der Kriterien für eine Frauenmilchspende geachtet wird. International wird die Ernährung mit fremder, pasteurisierter Frauenmilch, der Ernährung von Milchmilchersatzprodukten (tierische Herkunft) vorgezogen.
Bekommt das Baby dann immer die gleiche Milch, also von einer Spendemutter oder Milch von verschiedenen Müttern?
Antwort: Nein, es können verschiedene Spenderinnen sein.
Wie reagiert das Baby auf die fremde Muttermilch? Trinkt es diese ohne Zögern?
Antwort: Die gespendete Milch wird zum grössten Teil an unsere kleinsten Frühgeborenen (Gewicht unter 1500g) abgegeben. Diese Babys sind von der Entwicklung her oft noch
nicht fähig, Nahrung selbstständig aufzunehmen. Die Milch wir über einen Schlauch direkt in den Magen verabreicht.
Ist das Baby nicht durch den „fremden“ Geschmack der Milch verunsichert/beeinflusst?
Antwort: Durch die oben genannte Verabreichungsart, gibt es keinen geschmacklichen Einfluss.
Wie lange kann diese gespendete Milch aufbewahrt werden?
Antwort: Die gespendete und pasteurisierte Frauenmilch kann 3 Monate im Gefrierschrank aufbewahrt werden.
Bewahrt ihr diese Milch bei euch auf und wenn ja, wie?
Antwort: Die Spendermilch wird bei uns in einem separaten Gefrierschrank, bei mindestens minus 20 Grad gelagert. Um die bestmögliche Qualität zu sichern, ist die Kühlung ständig überwacht. Sollte sich die Temperatur verändern, wird ein interner und externer Alarm ausgelöst.
Kommen nur Mütter in die Frauenmilchbank, die bei Ihnen im Kantonsspital gebären oder auch andere?
Antwort: Meistens sind es Mütter, die ihre frühgeborenen Kinder bei uns im Kinderspital haben. Zum grossen Teil haben diese Frauen in der Frauenklinik geboren. Die Milch einer Mutter mit frühgeborenem Kind ist anders zusammengesetzt, als die Milch einer Frau mit termingeborenem Kind. Überschüssige „Frühgeborenenmilch“, im Fachjargon Pretermmilch ist deswegen für unsere kleinen Patienten besonders geeignet. Es gibt aber ab und zu Anfragen von externen Müttern mit termingeborenen Kindern, die einen grösseren Überschuss aufweisen können. In diesem Fall wird abgeklärt, wie gross die Menge ist. Wie das Verhältnis zwischen Aufwand und Nutzen? Ist gerade Bedarf in der Frauenmilchbank? Gibt es Nachfrage auf den Abteilungen (Z.B. termingeborenes Kind mit Problemen im Verdauungstrakt)? Diese Mütter müssen zu uns in die Frauenmilchbank kommen und das ganze Auswahlverfahren erfolgreich absolvieren.
Wie wird die Spendermilch dem Baby gegeben? Mit der Flasche, Trinkbecher, Spritze?
Antwort: Die kleinen frühgeborenen Babys können das Saugen, Schlucken und Atmen meist noch nicht koordinieren, daher werden sie über eine Magensonde ernährt. Eher selten
wird gespendete Milch bei grösseren Kindern ärztlich verordnet. Diese können von der Entwicklung her an der Flasche trinken.
Wirkt die Milch einer anderen Mutter gleich immunisierend wie die Milch der eigenen Mutter?
Antwort: Nein, frische eigene Muttermilch ist die beste und angepassteste Ernährung für ein Baby. Durch den Pasteurisationsvorgang gehen einige der immunologischen Komponente der Muttermilch verloren. Es gibt viele Hinweise, dass fremde und bei uns pasteurisierte Muttermilch, von den Frühgeboren besser toleriert wird als Ersatznahrung. Ein grosser Vorteil liegt sicher darin, dass sie menschlicher und somit „artgerechter“ Herkunft ist.
Ich hab davon gehört, dass es Mütter gibt, die ihre überschüssige Milch übers Internet anbieten. Was halten sie davon?
Antwort: Dazu nehmen wir keine Stellung.
Silvia Sigrist
Dipl. Pflegefachfrau HF, Leiterin Frauenmilchbank Luzerner Kinderspital
und
Franziska Egli
Dipl Pflegefachfaru HF, Still- und Laktationsberaterin IBCLC
Frauenklinik Luzerner Kantonsspital
Muttermilch trotz Magen-Darm-Virus
von NadjaDas Baby darf wegen einem Magen-Darm-Virus keine Muttermilch bekommen.
Falsch! Auch diese Aussage ist ein Gerücht, das dritte Ammenmärchen.
Leidet das Baby an einer Magen-Darm-Erkrankung mit Durchfall und Erbrechen, ist Muttermilch meistens das einzige Nahrungsmittel, das es bei sich behalten kann. Muttermilch ist leicht verdaulich. Deshalb ist es von Vorteil, wenn das Baby, auch wenn es vorher schon feste Nahrung zu sich genommen hat, für kurze Zeit wieder ausschliesslich gestillt wird. Häufiges Anlegen hilft dem Baby kleine Mengen zu trinken, die es besser verdauen kann und regt gleichzeitig die Milchmenge an. So, dass das Baby für kurze Zeit keine weiteren Nahrungsmittel benötig. Die durch das Stillen bedingte Nähe bzw. der Körperkontakt zur Mutter trägt nicht unwesendlich zur rascheren Gesundung bei.
Marliese Pepe
Still- und Laktationsberaterin IBCLC
Stillen trotz Grippe
von NadjaStillen trotz Grippe oder einer anderen viraleln Erkranung bedeutet, dass ich nicht mehr weiterstillen darf.
Falsch! Auch diese Aussage ist ein Gerücht, das zweite Ammenmärchen.
Mit wenigen seltenen Ausnahmen kann bei viralen Erkrankungen, wie beispielsweise die Grippe, weitergestillt werden. Es ist sogar besser für das Kind, wenn es weiter an der Brust trinken kann. Ehe bei der Mutter die ersten Krankheitszeichen auftreten, hat sie ihr Kind schon angesteckt. Denn die Viren werden nicht über die Muttermilch, sondern durch Einatmen und Haut- bzw. Schleimhautkontakt auf das Kind übertragen. Über die Muttermilch werden aber die von der Mutter gebildeten Abwehrstoffe gegen die Infektion weitergegeben. Sie schützen das Kind oder helfen ihm so, dass die Krankheit nur einen leichten Verlauf nimmt.
Marliese Pepe
Still- und Laktationsberaterin IBCLC
Gerüchte rund ums Stillen
von Nadja
Medikamenteneinnahme während dem Stillen
In loser Folge gibt Marliese Pepe, IBCLC Still- und Laktationsberaterin und Leiterin Produktmanagement von der Firma Ardo medical AG klare Anworten zu vermeintlichen Irrtürmern oder Gerüchten, auch Ammenmärchen genannt, zum Thema stillen. Sie sollen euch helfen, dass ihr euch beim Stillen aufs Stillen konzentrieren könnt und nicht noch vielen offenen Fragen nachhirnen müsst.
Das erste Gerücht behauptet folgendes:
Wenn eine stillende Mutter Medikament einnimmt, muss sie abstillen!
Diese Behauptung ist falsch. Die meisten Medikamente können während der Stillzeit eingenommen werden, auch wenn ein kleiner Teil in die Muttermilch übergeht. Tatsächlich gibt es nur sehr wenige Medikamente, die dem gestillten Baby nachweislich schaden und eine Stillpause oder ein Abstillen erfordern. Trotzdem ist es wichtig zu überlegen, gibt es alternative Therapien und wenn ein Medikament eingenommen werden muss, welches ist das am besten erforschte und am wenigsten risikobehaftete. Meistens gibt es genauso wirksame alternative Medikamente, die jedoch sicher sind. Nicht alle Fachpersonen sind jedoch mit diesem Thema gleich gut vertraut. Immer noch wird oft unbegründet zum Abstillen geraten. Holen Sie sich eine Zweitmeinung ein oder weisen Sie auf die Dienstleistung des Embryonaltoxikologischen Institutes in Deutschland hin www.embryotox.de. Hier können Fachkreise sich über die aktuellsten Empfehlungen informieren. Dieses Institut hat auch das sehr hilfreiche Buch “Arzneimittelverordnung in der Schwangerschaft und Stillzeit” publiziert.
Marliese Pepe
Still- und Laktationsberaterin IBCLC
Dein Blogbeitrag
von NadjaBestimmt schlummert auch in dir der heimliche Wunsch, einmal Schrifsteller zu werden oder für einmal Autor zu sein. Hier und jetzt hast du die Möglichkeit, die als Blogerin oder Bloger zu outen und uns allen Deine Gedanken zu einem bestimmten Thema rund ums Stillen und die Elternzeit mitzuteilen. Wir sind alle miteinander per Du. Das heisst aber nicht, dass wir deswegen den Respekt voreinander verlieren. Nächstenliebe zählt auch in unserem Blog.
Leg los, hau in die Tasten und veröffentliche hier deinen ersten Blogbeitrag. Der Autor dessen Blogbeitrag ende Monat jeweils am meisten Empfehlungen bekommen hat, gewinnt 100 CHF. Du siehst, ein Autorenjob ist nicht brotlos…
Du hast 2 Möglichkeiten:
Entweder Du logst Dich als Autor ein (siehe Anleitung als pdf)
Oder aber Du schickst uns einfach Dein Blogbeitag per Email (nadja@aus-liebe-zum-stillen.de) und wir posten ihn dann für Dich.
Rollenspiel
von Nadja
Stillen ist (k)ein Kinderspiel 
In der Spielgruppe, die meine Tochter besucht, halten sie ein spezielles Begrüssungsritual ab. Das geht in etwa so: “Grüezi mit den Füssen, Grüezi mit den Händen, Grüezi mit den Haaren, Grüezi mit den Augen und so fort”. Abwechslungsweise stampfen die Kinder dabei mit den Füssen, winken mit den Händen, ziehen sich an den Haaren oder blinzeln einander zu. Meistens fragt die Spielgruppenleiterin dann noch: “Wer weiss noch etwas”. Zuhause spielt meine Tochter auch diese Szenen nach. Und gestern meinte sie keck: “Mami, wir könnten uns ja auch mit den “Putini” begrüssen. “Putinis” heisst bei uns umgangssprachlich so viel wie Brüste. Spielgruppe hat sie erst wieder nächste Woche, mal schauen, ob sie sich tatsächlich getraut, die andern Kindern so zu begrüssen… Kaum ist das Stichwort “Putini” gefallen, fragte sie. “Mami, das stimmt doch, dass aus deinen “Putinis” Milch rausgekommen ist, als ich noch ein Baby war oder?” “Ja, aber jetzt nicht mehr”. “Ja, klar, weil deine Löcher jetzt zu sind oder kommt jetzt Wasser raus?” Und schon die nächste Frage: “Mami, wie geht denn das mit dem Stillen?”. Genau jetzt, dachte ich, wäre eine Demopuppe gut. Denn mitlerweile ist mir meine Tochter fast zu schwer, um sie hochzuhalten und ihr das an mir selber zu zeigen. Und irgendwie passt das für mich auch nicht mehr so. Demopuppen, nur schon dieses Wort. Klingt ja fast als ob diese Puppen an Demonstrationen teilnehmen müssten. Trotzdem, den Gedanken brachte ich nicht mehr los. Darum ging ich schnurstracks zum Computer und gab eine Recherche nach dem Wort “Demopuppen” auf. Mehr aus Jux, als im Ernst wartete ich auf die Resultate. Wenn es schon Puppen gibt, die weinen und Puppen, die lachen oder Puppen, die sprechen oder Pipi machen können, dann gibt es vielleicht auch Puppen, die gestillt werden können. Denn bei meiner Tochter ist das Zeitalter des Rollenspiels angebrochen. Und wenn sie schon “Mutter sein” spielen will..
Es gibt sie tatsächlich, die Stillpuppe. Eine davon ist eine Demopuppe, also eine Puppe, die Stillberaterinnen, Hebammen oder andere Professionals für Demonstrationszwecke nutzen können. Sie sind ironischerweise männlich und heissen Timo oder Paul. Das andere Exemplar heisst “Greedy Baby” oder auf Spanisch “Bébe Gloton”. Es gibt sie schon länger, ist also nichts Neues, in der Schweiz und auf dem deutschen Markt ist sie aber nach wie vor nicht erhältlich. Es dringt also doch nicht alles, was von den U.S.A. kommt, zu uns rüber. Irgendwie ist das noch beruhigend. “Bébe Gloton” musste harrsche Kritik einstecken. Die Puppe sei pädophilieförderlich, anstössig, bringe die Kinder dazu, zu früh, sexuelle Gedanken zu hegen und pflegen. Lauter solcher Sätze sind in den amerikanischen Medien darüber lesbar. Ich versteh das nicht. Klar, es ist eine Geldmacherei, aber Stillen ist ja schliesslich etwas vom Natürlichsten der Welt und ob es unsere Kinder mit einem normalen Baby, ihrem Stofftier oder dem “Bébe Gloton” nachahmen und spielend ausprobieren, spielt wohl keine Rolle.Bedenklich an dieser Stillpuppe finde ich jedoch deren Namen. Sowohl “Bébe Gloton” als auch “Greedy Baby” bedeutet so viel wie “Vielfrass” oder “Nimmersatt”. Das ist meiner Meinung nach eine Unterstellung an all unsere Babies. Hunger ist doch das natürlichste Bedürfnis der Welt und wer möchte schon nicht als Baby möglichst nah bei seiner Mutter sein und von ihr gestillt werden. Wenn du als Mami vielleicht gerade in Erwartung des zweiten Babys bist und dir zusammen mit deinem ersten Kind bildlich anschauen willst, wie das Stillen geht, dann empfehl ich dir den ARDO Block Stillpositionen Brustmassage herunterzuladen.
Herzlich
Eure Nadja
Stillen aus Sicht eines Babys
von NadjaHallo liebes Mami
Ich weiss, es ist nicht ganz einfach mit dem Stillen, weder für dich noch für mich. Weil ich dich aber ja als mein Mami ausgesucht habe und selbstverständlich bedingungslos liebe, möchte ich dir gern aus meiner Sicht ein paar Tipps für die Stillzeit mit auf den Weg geben.
1.
Sollte ich, wenn alles gut über die Bühne lief, nach unserer gemeinsamen Geburt, nicht ohnehin schon auf deinem Bauch liegen Brust, dann bitte die Hebamme, mich zu dir auf die Brust zu legen oder hol mich gleich selber ab. Denn ich kann von selber vom Bauch zu deiner Brust hoch krabbeln und finde instinktiv deine linke oder rechte Brust. Die Wahl ob ich links oder rechts trinken will überlass bitte mir – vielleicht ist das ja schon ein erster Hinweis darauf, ob ich Links- oder Rechtshänder bin.
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von Nadja
Weihnachtsengelchen
von Nadja
“Mami, wie kommt denn das Weihnachtsengelchen zu uns ins Wohnzimmer?”, wollte meine Tochter gestern Abend wissen. Die Türen sind ja geschlossen und die Fenster auch. “Hhhm, lass mich mal überlegen”, gab ich ihr zur Antwort, denn im ersten Moment wusste ich wirklich nicht, was ich ihr jetzt sagen sollte. Denn einen Kamin haben wir, seit wir die neue Heizung haben, nicht mehr und einen Passepartoutschlüssel für unser Haus wollte ich dem Weihnachtsengelchen auch nicht zumuten, sonst müsste es ja immer einen riesig grossen und schweren Schlüsselbund bei sich haben, wenn es all die andern Kindern auch noch besuchen geht. Ein Geistesblitz brachte mir die Idee oder war es wohl das Engelchen, das mir etwas einflüsterte? “Weisst du, sagte ich zu meiner Tochter, das Weihnachtsengelchen kommt durchs Katzentürchen rein”. Seit ich diesen Satz gesagt habe, springt sie jedes Mal, wenn sie hört, dass die Klappe aufgeht, zum Katzentürchen und schaut, ob es durchs Türchen schlüpft. So weit, so gut, dachte. Und schon stellte sie mir die nächste Frage: “Mami, Mami, Mami, wie kann denn »» Weihnachtsengelchen





